Ursachenorientierte Hypnosetherapie

In meiner Praxis im Bielefelder Westen biete ich Ihnen die aufdeckende Hypnosetherapie an, die auch als ursachenorientierte Hypnose oder Hypnoanalyse bezeichnet wird. Doch was ist das überhaupt?

Was ist Hypnose?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, da es verschiedene Definitionen gibt. Die gegenwärtige Definition der American Psychological Association (APA) lautet: „Hypnose ist ein Zustand des menschlichen Bewusstseins, der durch fokussierte Aufmerksamkeit und reduzierte periphere Wahrnehmung gekennzeichnet ist und eine erhöhte Fähigkeit zur Reaktion auf Suggestionen beinhaltet.“ Die Aufmerksamkeit ist also fokussiert, während die Wahrnehmung der Umgebung reduziert ist. Gleichzeitig ist die hypnotisierte Person empfänglicher für Suggestionen, also „Vorschläge“, die im Einklang mit den Zielen und Werten der hypnotisierten Person stehen.

Eine Definition, die dem Hypnotiseur Dave Elman zugeschrieben wird, lautet: „Hypnose ist die Umgehung des kritischen Faktors des Bewusstseins und die Etablierung von akzeptablem, selektivem Denken“. Diese Definition fußt auf dem Modell des Geistes (Model of the Mind), von dem viele leicht unterschiedliche Versionen existieren. Dieses Modell unterscheidet zwischen dem Bewusstsein, in dem Logik, Analysefähigkeit und der Wille verortet sind, und dem Unterbewusstsein, dem Emotionen, Gewohnheiten, Glaubenssätze, Werte und das Langzeitgedächtnis zugeschrieben werden. Das Unbewusste steuert unter anderem vegetative Funktionen und das Immunsystem.

Nun gibt es den Kritischen Faktor, der zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein sitzt. Der Kritische Faktor bewertet Informationen und Wahrnehmungen, die vom Bewusstsein ins Unterbewusstsein gelangen sollen, und gleicht diese mit dem bisherigen Wissen, den Werten und Glaubenssätzen ab. Gibt es keine hinreichende Übereinstimmung, wird die Information abgelehnt. Die Funktion des Kritischen Faktors entspricht der eines Türstehers: Er lässt nur Leute in den Club, die bestimmte Kriterien erfüllen, wie zum Beispiel die passende Kleidung. Jeder, der nicht gemäß der Vorgaben gekleidet ist, wird abgewiesen. Damit jemand, der beispielsweise die falschen Schuhe trägt, in den Club gelangen kann, muss der Türsteher abgelenkt werden. Diese Ablenkung ist die Hypnose.

Es gibt weiterhin einen Schutzfaktor, der sicherstellt, dass sich keine gefährlichen Menschen am Türsteher vorbeimogeln, während dieser abgelenkt ist. Das ist quasi der Clubbesitzer, der über das Hausrecht verfügt. Auch er hat seinen Club im Auge und achtet darauf, dass sich keine gefährlichen Menschen im Club aufhalten. Dieser Teil der Metapher betrifft den zweiten Teil der Hypnosedefinition, nämlich „akzeptables selektives Denken“. Nur das ist akzeptabel, was auch sicher ist. Selektiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Inhalt der Suggestion positiv und nützlich ist.

Was ist Hypnosetherapie?

Oftmals wird Hypnosetherapie nicht als eigenständige Therapieform angewendet, sondern als ergänzende Methode innerhalb etablierter Therapieverfahren oder sie dockt an diese an. So gibt es beispielsweise eine kognitive (behaviorale) Hypnosetherapie, die an die kognitive Verhaltenstherapie andockt, oder eine „hypnosystemische Therapie“, die mit dem systemischen Ansatz verknüpft ist.

Ebenso gibt es innerhalb des Feldes der Hypnosetherapie unterschiedliche Strömungen. Man unterscheidet zwischen Hypnosetherapieformen, die sich an Milton H. Erickson orientieren, und solchen, die auf dem Ansatz Dave Elmans aufbauen. Jede Hypnoseform hat ihre Berechtigung. Daraus folgt: Wenn zwei Klienten sagen, sie hätten eine Hypnosetherapie gemacht, können sie jeweils sehr unterschiedliche Dinge erlebt haben.

Die Hypnosetherapieform, die ich Ihnen anbiete, steht in der Tradition Dave Elmans und folgt dem Leitsatz: „Jedes Symptom hat eine Ursache“. Diese Ursachen sind häufig Erfahrungen, die wir in der prägenden Zeit vor dem sechsten Lebensjahr gemacht haben. Oftmals gibt es weitere Erfahrungen im Verlauf unseres Lebens, die verstärkend zur Problementstehung beigetragen haben. Irgendwann gab es eine Situation, die das Fass zum Überlaufen gebracht und somit die Symptomatik ausgelöst hat. Der Logik dieses Ansatzes folgend, muss nicht primär die symptomauslösende Situation therapeutisch bearbeitet werden, sondern die ursächliche. Die ursächliche Situation mithilfe des Unterbewusstseins zu finden und dann therapeutisch zu bearbeiten, ist somit der Kern dieses therapeutischen Angebots. Darauf folgen weitere Therapieschritte, die unter anderem Ärger, Wut und Schuldgefühle behandeln.

Häufige Fragen zu Hypnose und Hypnosetherapie

Bin ich hypnotisierbar?

Höchstwahrscheinlich ja. Laut wissenschaftlicher Lehrmeinung folgt die Hypnotisierbarkeit einer Normalverteilung. Das heißt, 15 % aller Menschen sind sehr gut, 15 % eher schlecht und die meisten Menschen durchschnittlich gut hypnotisierbar. Diese Feststellung gilt zunächst einmal unter den Versuchsbedingungen. Da Experimente unter standardisierten Rahmenbedingungen durchgeführt werden, wird der Text der Hypnoseeinleitung oftmals von einem Tonband abgespielt, damit er für alle gleich ist. Sollte diese spezifische Hypnoseeinleitung für eine Person nicht gut funktionieren, gibt es unter diesen Versuchsbedingungen keine Möglichkeit zu reagieren. In der klinischen Praxis stehen dem Hypnotherapeuten jedoch weitere Möglichkeiten zur Verfügung, wenn die erste Methode zur Hypnoseeinleitung nicht funktioniert. Weiterhin kann die Hypnotisierbarkeit und auch das Erreichen bestimmter Hypnosetiefen durch Übung verbessert werden. Das ist ganz ähnlich wie bei Entspannungsverfahren, etwa der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson: Auch hier verbessert sich die Fähigkeit zur Entspannung mit der Übung.

Werde ich mich nach der Sitzung an alles erinnern?

Typischerweise können Sie sich nach der Hypnosesitzung an alles erinnern. Sie schlafen ja nicht. Ihre Aufmerksamkeit ist fokussiert und Sie sind empfänglicher für Suggestionen, die zu Ihren Zielen und Werten passen. Die Art der Hypnosetherapie, die ich anbiete, ist ein aktiver Prozess. Als Hypnotherapeut leite ich die Schritte an, aber Sie müssen die Schritte selbst gehen.

Bin ich in der Hypnose willenlos oder verliere die Kontrolle?

Nein. Hypnose ist ein kooperativer Prozess. Jede Hypnose ist im Grunde angeleitete Selbsthypnose. Es ist wie ein Tanz: Wenn eine Person nicht mittanzt, funktioniert es nicht. Weiterhin gilt: Ein Hypnotherapeut kann nichts gegen Ihren Willen tun. Gefährdet eine Suggestion Ihre Sicherheit oder ist sie unvereinbar mit Ihrem Wertesystem, würden Sie den Zustand der Hypnose automatisch selbst beenden.
Bei Bühnen- oder Showhypnosen sieht es manchmal so aus, als ob es anders wäre. Typischerweise sucht sich ein Bühnenhypnotiseur wenige Teilnehmer aus einem großen Publikum aus. Er führt verdeckte Tests durch und wählt diejenigen Personen, die besonders gut hypnotisierbar sind und eine innere Bereitschaft mitbringen, bei dem Bühnenprogramm mitzuwirken.

Kann man in der Hypnose stecken bleiben?

Nein. Es ist in der Geschichte der Menschheit noch nie vorgekommen, dass jemand in der Hypnose stecken geblieben ist. Der Zustand der Hypnose kann jederzeit durch den Hypnotherapeuten oder den Hypnotisierten beendet werden. Selbst wenn das nicht gelingen sollte, geht der Zustand der Hypnose irgendwann in normalen Schlaf über.


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